EICMA 2025 - Messe der Superlative
- Karim

- 9. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Die EICMA ist für mich eines der Ereignisse, die man als ambitionierter Motorradfahrer- und -liebhaber einmal erlebt haben muss. Sie ist mit keiner Motorradmesse in Deutschland vergleichbar. Selbst die Intermot in Köln wirkt dagegen wie eine kleine Messe – sie zieht nur etwa ein Sechstel der Besucher an. Auch die Ausstellungsfläche der EICMA ist rund siebenmal größer als die der Intermot. Nur um die Dimensionen einmal zu verdeutlichen.
Die EICMA gilt als eine der wichtigsten Motorradmessen der Welt, was die "Premium- und Performance- Motorradbranche" betrifft. Und um das Wort "Welt" in den richtigen Kontext zu setzen, so bezieht sich dies vorrangig auf den euopäischen und amerikanischen Markt. Die großen Stückzahlen an (Klein-)Motorrädern werden ganz wo anders auf dem Planeten produziert von Marken wie Bajaj, TVS, Hero in Indien oder Haojue, Loncin, Zongshen in China. Im folgenden möchte ich mich eben nicht auf die Traditionsmarken fokussieren, sondern euch von Marken berichten, die Anstrengungen unternehmen ebenfalls auf dem europäischen Markt Fuß fassen zu können. Es sind Marken von denen ich oftmals noch nie gehört habe und ich denke, die nächsten Jahre dürften zunehmend spannend werden für jene, die nicht markenfixiert und bereit sind, auch einmal etwas anderes auszuprobieren. Gerade preislich – und zunehmend auch qualitativ – sind diese Maschinen attraktiv.
Es war nicht mein erster Besuch auf der EICMA. In Abständen von drei bis vier Jahren war ich schon mehrfach dort – diesmal war es mein vierter. Besonders auffällig in diesem Jahr war die starke Präsenz von Herstellern aus China, Indien und Mittelamerika. Die Größe der Ausstellungsflächen, die diese neuen Marken für sich beanspruchten, stand jener der etablierten Platzhirsche in nichts nach – und das überraschte mich sehr. Man spürte deutlich die Entschlossenheit, in die westlichen Märkte vorzudringen. Nicht zu übersehen ist auch, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Marken zunehmend zum Trend wird – „Premiumoptik zum Mittelklassepreis“.
Im folgenden möchte ich euch eine kleine Auswahl der unglaublichen Vielzahl unterschiedlicher Fremdhersteller vorstellen, die ich besonders spannend finde.
Was mich besonders fasziniert: Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Motorradwelt wird vielfältiger, mutiger, globaler. Die alten Grenzen verschwimmen. Wo früher eine klare Trennung zwischen „Premium aus Europa“ und „Preisleistung aus Fernost“ existierte, entsteht heute ein neues, spannendes Mischfeld. Marken wie CF Moto, QJ Motors, Mondial, Voge, Letbe oder Motron entwickeln nicht mehr einfach nur „günstige Alternativen“ – sie kreieren eigenständige Identitäten, mutige Designs und überraschend solide Technikpakete.
Man spürt auf der Messe förmlich, dass diese Hersteller selbstbewusst auftreten. Nicht mehr im Schatten der großen Namen, sondern als ernsthafte Mitspieler mit Ambitionen. Und das zieht Menschen an – viele bleiben stehen, staunen, fassen an, stellen Fragen. Diese Neugier ist ein gutes Zeichen. Sie zeigt: Die Motorradwelt öffnet sich. Und wir als Fahrerinnen und Fahrer werden offener für Vielfalt, für neue Ideen, für neue Erfahrungen.
Natürlich bleibt die Frage spannend, wie sich diese Marken langfristig behaupten. Wer von ihnen bleibt, wer verschwindet wieder? Welche Modelle setzen sich durch? Was entwickelt sich vielleicht zum Geheimtipp? Aber aktuell fühlt sich der Markt lebendiger an als je zuvor. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft: Es wird wieder aufregend.
Könntest du dir vorstellen, ein Motorrad einer weniger bekannten Marke zu fahren – z. B. CF Moto, Mondial oder QJ Motors?
Ja.
Nein.
Neben all den Fahrzeugen gab es auch im Zubehörbereich viel zu entdecken – und das ist jedes Jahr aufs Neue „erleuchtend“ für mich: In Deutschland bekommen wir nur einen kleinen Ausschnitt dessen zu sehen, was weltweit tatsächlich angeboten wird. Der Markt ist wesentlich größer und vielfältiger, als es unsere üblichen Händler und Onlineshops vermuten lassen.
Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich daher ungemein. Wer nach mehr Individualität sucht oder einfach Spaß daran hat, Neues auszuprobieren, findet auf der EICMA unzählige spannende Zubehörlösungen und kreative Ansätze.
Zum Abschluss habe ich noch ein kleines Potpourri aus skurrilen, interessanten und einfach sehenswerten Modellen zusammengestellt – diesmal ohne große Erklärungen, einfach zum Staunen und Schmunzeln.
Macht's gut... wir sehen uns... irgendwo da draussen.






































































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