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  • Karim

Col du Parpaillon zum Sonnenaufgang

Die Sonne geht langsam über Hendaye, der kleinen Küstenstadt in Frankreich, die unmittelbar an Spanien grenzt. auf. Vereinzelt sieht man erste Jogger, die ihr morgendliches Training absolvieren. Auch ältere Herrschaften genießen, den noch angenehm kühlen Luftstrom des Meeres und spazieren zielstrebig an der Strandpromenade entlang.


Hendaye gleicht einem Ort, an dem Menschen ihren Lebensabend oder ihr Wochenende verbringen. Zumindest jene, die es sich leisten können.



Irgendwann heißt es Abschied zu nehmen. Wolf hat einen längeren Rückweg und muss auch arbeitsbedingt früher zurück sein.


Am Tag seiner Abfahrt fährt er bis nach Antibes an der Côte d’Azur durch (867km).


Da ich mehr Zeit habe, möchte ich mir noch ein paar Dinge in Nordspanien ansehen...





... und mein erstes Ziel sind die Bardenas Reales, eine Halbwüste mit einer Fläche von rund 415qkm.

Bei ihrem Anblick fühle ich mich erinnert an die Landschaften aus Italo-Western aus den 70-ern. Ockerfarbener Lehm dominiert die bizarre Landschaft. Dringt man schließlich tiefer in diese ein, offenbaren diese ihr Bild.


Die Sedimentschichten bestehen nicht nur aus Lehm, sondern zum Teil auch aus Sandstein- und Kalkschichten.

Beliebtestes Ziel der Besucher ist die Castil de Tierra (links). Schäfer treiben ihre Herde durch die Wüste (Mitte) und ich stehe vor dem Denkmal einer der ersten Farmer, der dieses Land bewirtschaftete. Ich will mir nicht vorstellen, was es für Anstrengungen gekostet hat, in dieser Hitze körperlich Tag für Tag arbeiten zu müssen. Das Thermometer zeigt alleine heute 38° und gehört damit noch nicht zu den heißeren Tagen dieser Region.


Ich folge den Naturstraßen entlang der zerfurchten Landschaft, ....

... die ihr Ausmaß erst mit der Perspektive aus der Luft offenbaren.


Irgendwann wird es für mich Zeit weiterzuziehen und ich verlasse die Bardenas Reales, während ich an dem Pisquerra Gebirge entlangfahre. Welch ein Anblick.

Gleich einem winzigen Abbild von Arizona mitten in Spanien.

Im weiteren Tagesverlauf komme ich vorbei an Saragossa, die getrennt wird von dem Fluß Elbro. Meine Aufmerksamkeit gilt hier der Basilica del Pilar, der größten Barockkirche Spaniens. In Lleida treffe ich auf den einstigen Bisschofssitz La Seu Vella, welcher Festungsanlage und Kirche zugleich ist.


Irgendwann erreiche ich die Costa Brava, welche ich bei Sonnenaufgang bereits wieder verlasse und unterwegs auf französischer Seite am Meer frühstücke.


So langsam zieht es mich gen Heimat, aber ich möchte zuvor noch ein paar Pässe auf der Route des Grandes Alpes mitnehmen und stehe schon bald an der Daluis-Schlucht. Ganze Acht Tunnel sind zu passieren, fährt man sie von Süden nach Norden.


Es kommt bei mir bei jeder Reise früher oder später der Zeitpunkt, da spüre ich, mein Speicher ist voll. Ich bin vollends gesättigt an imposanten Landschaften und kann das, was ich sehe schon gar nicht mehr entsprechend würdigen. Ich beschließe den Heimweg anzutreten und nehme mir auf diesem noch ein kleines Sahnehäubchen mit. Den Col du Parpaillon. Seine eigentliche Passhöhe befindet sich auf 2.780m Höhe, die aber nicht anfahrbar ist. Unter dem Passscheitel selbst, befindet sich auf 2.637m Höhe ein 520m langer Tunnel, dessen Bau 20 Jahre gebraucht hat von 1891 bis 1911.




Ende.

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