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Quintessenzen eines Motorradreisenden

  • Autorenbild: Karim
    Karim
  • 10. Okt. 2020
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Aug. 2025

Die Summe einer Motorradtour sollte mehr sein, als Kurven und Berge.


Der Schwarzwald liegt vor der Tür, die Vogesen sind nur eine Dreiviertelstunde entfernt, die Schweizer Alpen in gut zwei Stunden erreichbar. Und doch ist der einst so starke Drang, sich einfach aufs Motorrad zu setzen und loszufahren, leiser geworden. Vielleicht, weil ich irgendwann aufhörte, hinter jeder Kurve ein Abenteuer zu vermuten.


Aber was, wenn es gar nicht um die Pässe geht – nicht um Namen auf der Landkarte oder 48 Kehren mit Zahlenwert? Was, wenn die eigentlichen Ziele einer Reise jene unscheinbaren Orte sind, die Geschichten bereithalten, entdeckt und nicht erzwungen werden wollen?


Wenn ich heute unterwegs bin und eine Menschenmenge sehe, bleibe ich stehen. Nicht aus Neugier auf das Kollektiv, sondern in der Hoffnung, dass sich ein einzelner Blick löst. Jemand, dessen Augen mir etwas erzählen, bevor Worte fallen. Wenn ich mich ihm nähere, erkenne ich vielleicht eine Lebensgeschichte: dünnes Haar, von der Zeit gezeichnete Hände, Narben, die nicht mehr versteckt werden. Dann spricht nicht der Mensch, sondern das gelebte Leben durch ihn.


Wenn ich heute also reise, dann sind es die Spuren in Gesichtern, die Patina alter Gemäuer, der Geschmack regionaler Gerichte und der Klang einer fremden Sprache, die meine Route prägen. Das Motorrad ist mir dabei treuer Begleiter, nicht Antrieb, sondern Brücke.


Erst wenn die Landschaft, das Essen und die Begegnungen in Einklang kommen – dann wird die Reise vollkommen.






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© 2023 by Karim Klausmann.

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