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  • Karim

Uganda - Wer die Sonne fürchtet, wird nicht Häuptling werden


Sonnenaufgang über dem Dschungel Ugandas.

Kurz nach 7:12 Uhr und die Sonne bahnt sich ihren Weg am äquatorialen Firmament. Welch ein Farbspiel mit dem Grün des Dschungels. Roxi und ich sitzen für eine weitere Etappe in unserem Land Cruiser mit V8-Motor, der handzahm und gelassen vor sich hinschnurrt, wie einer der Wasserbüffel, die wir hier fortwährend sehen.




Zugegeben, das war alles andere als eine Glanzleistung. Um einem entgegenkommendem Fahrzeug auf der einspurigen Straße Platz zu machen, bin ich auf die Schulter der Straße gefahren, um feststellen zu dürfen, dass der Boden dort völlig aufgeweicht vom Regen gewesen war und das Fahrzeug mit dem linksseitigen Reifenpaar sofort abrutschte.


Wir haben Glück und befinden uns noch in einer Region, die belebt ist und die Straße auch mit anderen Land Cruisern frequentiert wird. Einer der Land Cruiser hat ein Abschleppseil dabei. Also wieder eingestiegen, Differentialsperren an und hoffen, dass er uns aus dieser Schräge herausziehen kann.

Nochmal gut gegangen. Dies bleibt zum Glück unser einziges Erlebnis dieser Art, auch wenn wir auf unserer Reise durch das Land immer wieder steckengebliebene Fahrzeuge sehen. Es ist zwar das Ende der Regenzeit, aber es gibt immer wieder tückische Stellen...


Gerade in Regionen, die dann so gut wie gar nicht mehr frequentiert werden, wird einem schon anders, wenn man Schlammpassagen vor sich hat, denn auch hier drehen irgendwann einmal die Reifen einfach nur noch durch. Ganz gleich ob Allrad oder nicht.

Aus fahrtechnischer Sicht wird man als Endurofahrer in Uganda auch mit einem 4x4 allemal auf seine Kosten kommen. Im Nachhinein bin ich sogar froh kein Motorrad in Uganda mieten zu können, denn es waren etliche Passagen dabei, die mit einer vollbeladenen Reiseenduro entweder eine Schlammschlacht oder gar völlig unmöglich gewesen wären.


 

Uganda zählt mit seinen nahezu 50 Millionen Einwohnern und einem Bruttosozialprodukt von 908 US-$ pro Kopf/Jahr zu den ärmsten Ländern der Welt. Wer das Land bereist, sieht vor allem eine materielle Armut. Zum Glück ist das Land mit einem ganzjährig gleichmäßigem Klima gesegnet und es kann mehrmals im Jahr geerntet werden, sodaß keine Hungersnot besteht.


Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 62,8 Jahren. Lediglich 56% der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und 41% zu Sanitäreinrichtungen.


Die Tourismusbranche ist noch äusserst zurückhaltend in Uganda. Hotels und Lodges mit westlichem Standard sind in der Regel nur in größeren Städten oder der Nähe von National Parks anzutreffen. Hier ein allgemeines Beispiel, wie Lodges in Uganda aussehen:



 


Der Hauptgrund nach Uganda zu reisen, dürfte für die meisten die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt sein, die es in dieser Anzahl nur an wenigen anderen Orten der Welt gibt. Insgesamt gibt es neun Nationalparks und sechs Wildreservate, die zum Schutz und Erhalt des Artenreichtums sorgen sollen.



Neben großen Weideflächen und Hügellandschaften, gibt es im Süden Ugandas auch Berglandschaften, die mit ihren dschungelartigen Pflanzen für unsere Augen wie Landschaften aus einer anderen Welt aussehen.





Aussicht auf den Lake Matanda von Chamelion Hill

Hier oben in den Bergen des Bwindi Nationalparks lässt sich eine besonders seltene Spezies entdecken: Die Berggorillas.

Wer diese sehen will, der muss bereit sein, sich gute 12 Kilometer durch dichtes Gestrüpp

hindurchzukämpfen. Hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit nur für Leute zu empfehlen, die ausgedehnte Spaziergänge gewohnt sind. (Ein Teilnehmer ist sprichwörtlich aus den Latschen gekippt.) Die Gorillafamilien wechseln täglich ihren Standort. Es gibt also keinen Fixpunkt, wo man diese auf Garantie antreffen kann. Erfahrene Ranger können die Spuren der Gorillas lesen und folgen diesen... und wir folgen den Rangern. Irgendwann ist es geschafft...



Ein Gorilla-Tracking schlägt mit 700 US-$ zu Buche. Wieso ist das so teuer? Das hat mehrere Gründe. Zum einen wird die Anzahl der Besucher ganz drastisch begrenzt. In unserem Fall eine Gruppe von rund acht Personen, die täglich eine Familie besuchen darf. Zum anderen werden mit dem Geld Community-Projekte der umliegenden Dörfer des Nationalparks finanziert. Wenn dies nicht geschehen würde, würden diese wiederum die Wälder in denen die Berggorillas leben roden und diese vertreiben oder gar ausrotten. Man dreht sich hier also im Kreis. Ohne die finanzielle Spritze der Touristen, die schwerer wiegen muss, wie die Rodung der Wälder, würde es die Berggorillas in Uganda schon gar nicht mehr geben. Ferner werden von der Summe noch die Wildhüter und Ranger bezahlt, die nicht nur die Touristen zu den Gorillas führen, sondern diese auch vor dem Menschen schützen (was für alle anderen Parks in Uganda ebenso gilt. Schutz vor Jagd auf Wildtiere wegen ihres Felles, Hörner, etc.). Der Mensch ist, wie er ist.



Wasserbüffel im Queen Elizabeth Nationalpark



Eine Reise nach und durch Uganda dreht sich vorrangig um das Bestaunen wundersamer Landstriche und die Beobachtung von Wildtieren. Wer hier große Kulturgüter und Monumentalbauten sucht, wird hier nicht fündig werden. Diese sind schlichtweg nicht vorhanden, umso mehr wird man aber immer wieder das Gefühl haben, als würde man durch die Welt von Heinz Sielmann reisen, die man als Kind im Fernsehen kennengelernt hat und jetzt endlich live, hautnah und ganz intensiv erleben kann. Hobbyfotografen und Naturliebhaber werden hier ihre Erfüllung finden.



Eine kleine Auswahl unserer schönsten Bilder.






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