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  • Karim

Das Grenzgebirge - ACT Pyrenäen 1/3

Aktualisiert: 1. Sept.


ACT - Was ist das?


ACT steht für "Adventure Country Tracks" und ist ein gemeinnütziger Verein dessen Ziel es ist, Strecken für Motorräder in Europa zu etablieren, auf denen es möglich ist, auf unbefestigten Straßen unterwegs sein zu können. Positive Begleiterscheinung ist, dass dadurch auch Tourismus in Regionen kommt, die sonst unterrepräsentiert sind.


Und auf genau eine solche Route begeben sich Wolf und ich. Sie erstreckt sich einmal quer durch die Pyrenäen von Ost nach West. Vom Mittelmeer bis zum Atlantik. Aufgeteilt ist sie in fünf Etappen mit insgesamt rund 1.170km.



Tag 1


Der Startpunkt ist am Cap Creus in der Nähe der beliebten Ortschaft Cadaques. Das Cap Creus ist eine Halbinsel deren Kennzeichen die malerische Landschaft und der Leuchtturm ist, welcher gleichzeitig ein Restaurant ist.



Wir sind gespannt, was uns alles in den kommenden Tagen erwarten wird.




Ich hoffe auf einen guten Mix aus Asphalt und unbefestigten Wegen mit traumhaften Panoramen.



Mit der Sonne im Rücken verlassen wir das Cap Creus.





Von nun an wird es für uns immer Richtung Westen gehen, bis wir irgendwann den Atlantik erreichen werden. Wie von der ACT-Webseite beschrieben soll der erste Fahrtag einen ersten Eindruck vermitteln, was einen erwarten wird und lässt uns die ersten Schotterstraßen unter die Räder nehmen.


Es dauert nicht lange und wir fahren in eine unscheinbare Stichstraße von der asphaltierten Landstraße ab und kommen auf eine kleine Straße, die sich in unzähligen Serpentinen den Berg hochwindet.


Erst oben angekommen, gibt das dichte Grün um uns herum den Blick endlich frei und wir können in die Ferne sehen und eine Ahnung bekommen, wo wir uns befinden.

Mitten auf der Grenze zwischen Frankreich und Spanien befindet sich auf rund 1440m Höhe eine Antennenstation. Es dauert nicht lange und eine ganze Gruppe Endurofahrer aus Irland gesellt sich zu uns. Diese treffen wir Abends wieder in Setcases, wo wir unser Quartier beziehen und ich denke, wir werden sie noch das ein oder andere mal auf unserer Tour zu Gesicht bekommen, da sie ebenfalls den ACT Pyrenäen unter die Räder nehmen.


Weiteres Highlight dieses Tages ist gegen Ende der Route ein Mittelgebirgspass, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe.

Wir beziehen eine urige Unterkunft in Setcases und schließen den Tag mit einem Stiefelbier ab.


 

Tag 2


7:30 Uhr gefrühstückt und 7:58 sind wir startklar und stehen an den Mopeds.

Den Zündschlüssel bereits im Anschlag. Zum Mopedfahren ist Wolf immer bereit.

Die heutige Etappe soll uns bis nach Andorra führen. Die Wetter-App sagt eine 99%-ige Regenwahrscheinlichkeit voraus. Unsere Chancen standen schon besser.




Wir legen die ersten Kilometer zurück, während am Firmament die Wolken bereits drohend Stellung beziehen.






Erneut führt es uns über kleinste Straßen auf und nieder immer wieder... und unsere Biker-Herzen pochen vor Freude auf und ab.




Die eine oder andere kleine Furt wird durchquert, aber alles noch im Wohlfühlbereich.





Hinter dem verschlafenem Bergdörflein Guils de Cardanya biegen wir, wie so oft, auf eine Straße Richtung Westen in die Wälder ab. Schon bald eröffnet sich uns das Panorama der umgebenden Berge, die eine Höhe zwischen 1800 und 2200 Metern haben.


Wir genießen die Aussicht, die sich mit jeder Kurve, um die wir fahren aus einem neuen Blickwinkel offenbart... und irgendwann fallen schließlich die ersten Tropfen auf uns herab und es ist, als hätte man die Schleusen des Suez-Kanal geöffnet und auf uns herabregnen lassen. Schnell finden sich die Wassermassen, die vom Himmel hinabstürzen, zu kleinen Bächen zusammen und bahnen sich unaufhaltsam ihren eigenen Weg auf den Erdstraßen.



Man könnte jammern und rumheulen, aber wir wollten Abenteuer - wir bekommen Abenteuer! Als wäre Regen nicht genug, fängt es auch noch kräftigst an zu winden und man weiß bald nicht mehr, ob der Regen überhaupt noch von oben kommt oder nicht doch aus allen anderen Richtungen. Immer wieder schlittern wir mit den Rädern über den Untergrund dahin und doch verzahnt sich das Profil immer wieder erneut mit dem Dreck und Gestein unter uns.




Der Regen prasselt nur noch so auf das Visier ein, durch welches wir schon bald kaum noch etwas erkennen können, weil es sich völlig beschlagen hat. Mit der Zeit kommt die Routine und wir gewöhnen uns an die Schlitterei und finden unseren Rhythmus. Uns bleibt es beiden erspart uns in dem Dreck der Länge nach hinzulegen... und irgendwann haben wir dann wieder Asphalt unter den Rädern und kurz vor Andorra hört der Regen schließlich auf... was ein Tag!




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