Sozia / Company

Was macht ein so schönes Hobby wie das Reisen mit dem Motorrad noch schöner?

Richtig, es mit einer Person zu teilen, die man mindestens genauso liebt!

Wer sich glücklich schätzen kann, von seiner Liebsten auf dem Motorrad begleitet zu werden, wird mit seiner Reiseenduro früher oder später womöglich einmal den Wunsch hegen, auf unbefestigten Straßen unterwegs sein zu wollen. 

Welche Erfahrungen wir gemacht haben, möchte ich euch hier mitteilen.

Sitzen contra Stehen

Ich weiß, in nahezu jedem Offroadvideo mit Motorrädern und auch in entsprechender Werbung, sieht man die Fahrer immer stehen. Dabei ist völlig egal wie flach und eben die befahrene Straße auch ist. Ja, es sieht nicht nur cool aus und gibt auch eine gute Kontrolle über das Motorrad, aber es gibt auch Gründe, die dagegen sprechen grundsätzlich auf unbefestigten Straßen im Stehen zu fahren. 

Der wichtigste Grund, der gegen das fortwährende Fahren im Stehen spricht, ist für mich:

"Spare Deine Kräfte, denn Du weißt nicht, was der Tag noch alles für Dich bereithält!"

Im Stehen zu fahren mag gefühlt eine höhere Kontrolle über das Motorrad geben, weil man es eventuell in einem Offroad-Kurs so gelernt hat, aber es kostet auch viel Energie. Wer längere Strecken und auch Tage auf unbefestigten Straßen unterwegs ist, wird über kurz oder lang an die Grenzen seiner Kräfte kommen, wenn er immer im Stehen fährt. Müsst ihr dann noch mehrmals am Tag eure Maschine aufheben oder die der Kollegen oder habt noch mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen, beraubt ihr euch selbst eurer begrenzten körperlichen Ressourcen, die woanders besser eingesetzt wären. Wer erschöpft Motorrad fahren muss, geht ein höheres Risiko ein. 

Ein informatives Video zu dieser Thematik findet ihr hier von Bret Tcaks:

Für mich gibt es nur zwei Gründe zum Stehen zu kommen während der Fahrt:

- die Strecke wird derart holperig (kindskopf Große Steine, etc.), daß ich die erhöhte Kontrolle im Stehen benötige, oder

- es gibt tiefe Schlaglöcher, bei denen ich die Federn des Motorrades schonen und auch verhindern möchte, dass es mich aus dem Sitz hinauskatapultieren könnte.

Mit Sozia fahre ich hingegen grundsätzlich im Sitzen. Das gemeinsame Stehen ist zwar möglich, aber bei einem notwendigen stärkeren Bremsvorgang wird es zu einem unvorhersehbaren Unterfangen, dessen Risiko ich nicht eingehen möchte. Das heißt, hier gilt es in erster Linie die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen und an ganz diffizilen Stellen lasse ich nötigenfalls die Sozia auch einmal kurz absteigen. Sicherheit geht vor und mit zunehmender Sicherheit kommt auch die Routine.

Ein paar kleine Hinweise für die ersten Fahrten, die mir geholfen haben:

- auf der Straße legt man sich in die Kurve, auf dem Schotter ist das Gegenteil der Fall: Man drückt zwar in die Fußraste in die jeweilige Richtung, in die man fahren möchte, aber lehnt den Oberkörper in die Gegenrichtung, sodaß dieser zumindest aufrecht bleibt. Das ist gut zu sehen in dem oben genannten Video. Die Sozia passt sich hier der Oberkörperverlagerung des Fahrers an.

- Gebremst wird in erster Linie indem man die Gänge herunterschaltet.  Dann, wenn notwendig, mit der Hinterradbremse… und zu allerletzt sanft dosiert mit zwei Fingern die Vorderradbremse.

- Vollbremsungen, wenn möglich, nur bei gerader Ausrichtung des Motorrades und am Ende des Stops wieder die Bremsen lösen (denn dieser Moment ist es, der die Reifen kurz vor dem endgültigen Halt, wegrutschen lässt). 

- Tempo mit Sozia grundsätzlich lieber langsamer, als zu schnell (gerade beragab ist das Gewicht nicht zu unterschätzen bei einem Bremsvorgang)

- locker bleiben und lächeln :)

Habt ihr andere Erfahrungen gemacht oder möchtet noch etwas ergänzen, so teilt es gerne in den Kommentaren mit.

Erhalte eine Email, sobald es einen neuen Reisebericht gibt:

© 2020 by Karim Klausmann.

  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube